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Autor
hmiska

Klimaanlage Lehm, 3400 gebügelte Hemden und ein Ricola aus Lehm

Ein Rückblick auf den Europäischen Lehmbautag im Wangeliner Garten
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Themen
Bauen mit Hanf/Kalk/Tadelakt
Bauen mit Stroh
Lehmbau
Freie Schlagwörter
Zirkuläres Bauen
Kurzer Anrisstext

'Tagen, wo andere Urlaub machen'? Beim Europäischen Lehmbautag am Wochenende diskutierten Fachleute und Interessierte bei sonnigem Wetter im Wangeliner Garten unter dem Motto ‚Der kleinste Fussabdruck ist keiner!‘, wie sich die Ökobilanz beim Bauen verringern lässt.

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Der Gründer und Hauptgesellschafter eines international platzierten Fassadenplanungsbüros Wolfgang Priedemann [Foto: Mitte] bezeichnete Lehm wegen seiner Nachhaltigkeit und klimatischen Vorzüge als DEN Baustoff der Zukunft. Auch Wayne Switzer von der German University of Technology im Oman [3.v.r.] unterstrich die Vorzüge des Lehms in seinem Vortrag über den Neubau des Kräuterzentrums der Schweizer Firma Ricola. Bei dem Bau aus vorgefertigten Stampflehm-Elementen konnte auf Heizung und Klimatisierung verzichtet werden.

Die Architektin Ute Dechantsreiter vom 'Bundesverband bauteilnetz Deutschland e.V.' legte den Fokus auf die Wiederverwendung von Baustoffen. Die momentanen Preise für Baustoffe, deren mangelnde Verfügbarkeit, schwindende Ressourcen und steigende Energiepreise machen deutlich, dass der Dreisprung 'Reduce, Reuse, Recycle' das Gebot der Stunde ist. So spart die Wiederverwendung einer Holztür durchschnittlich 247 kWh Energie. Etwa so viel, wie man braucht, um 3400 Hemden zu bügeln.

In Arbeitsgruppen wurden schließlich konkrete Schritte für eine ökologisch und ökonomisch zukunftsfähige Bauwirtschaft diskutiert, darunter die Einführung eines Öko-Labels für Baustoffe bzw. die Anpassung der Ausschreibungs- und Förderungsrichtlinien für neu zu bauende Gebäude. Einhellig wurde ein verändertes Bewußtsein angemahnt, beim Bauen den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zu betrachten, also auch die für die Herstellung der Baumaterialien und den Abriss bzw. Nachnutzung des Gebäudes gebrauchte Energie. [Foto: A. Theis]